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World Sabaki Challenge 2004
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Seid ihr bereit?

Interview von Webmaster Falko Suhr mit Sensei Chandana Muthunayake und Sempais Henri Schiemann und Jan Reichert

FS: Osu, Sensei Chandana! Wir haben bemerkt, dass Du die letzten Tage und Monate sehr beschäftigt warst. Ihr habt im Dojo und draußen trainiert, auch im Schwarzwald. Was ist los?

SC: Letztes Jahr im Oktober kam Kancho nach Freiburg. Bei seinem Seminar hat er angeregt, dass mehr Kämpfer von europäischen Ländern zum Sabaki Challenge kommen. Ich hatte bereits geplant, die nächste Generation Kämpfer auf die Weltmeisterschaft vorzubereiten.

FS: Warum gerade jetzt? Wir wissen, dass Du sehr gute Schüler mit viel Kampferfahrung hast.

SC: Ja, das ist richtig. Viele meiner Studenten sind europäischer oder deutscher Meister und haben Kampferfahrung von 5 bis 6 Jahren. Aber die Weltmeisterschaft Sabaki Challenge ist eine neue Ebene - nur für die Besten der Besten. Das Enshin Dojo Freiburg ist jetzt acht Jahre alt. Wir haben all diese Jahre hart trainiert. Ich denke, die Zeit ist jetzt reif.

FS: Kannst Du uns sagen, wie Du die Kämpfer ausgesucht hast?

SC: In unserer Wettkampfmannschaft haben wir über 40 Kämpfer, darunter über 20 Schwarz- und Braungurte. Letztes Jahr im Oktober fuhren wir zum North Eastern Sabaki Challenge, das Sensei John Arnold organisiert. Sempai Nathalie Blaser gewann, Sempai Henri und Sempai Jan belegten den zweiten und den dritten Platz in ihren Kategorien. Nach dem Interclub-Turnier 2003 entschied die Europäische Enshin Karate Organisation einstimmig, Sempai Henri und Sempai Jan zum Sabaki Challenge zu schicken. Ich möchte auf jeden Fall erwähnen, dass viele andere Sempais kämpfen wollten. Aber wegen ihrer Arbeit und ihrer Ausbildung waren sie verhindert. Ich wünsche mir, dass im Jahr 2005 noch viele weitere Kämpfer zur Weltmeisterschaft gehen werden. Osu!

FS: Kannst Du uns etwas über Deine Trainings-Strategie sagen?

SC: Das war nicht leicht. Zuerst musste ich herausfinden, was die Fähigkeiten und psychische Status der Kämpfer waren - denn jede Person ist unterschiedlich. Ich unterteilte das Training in sechs Phasen:

1. Ausdauertraining unter extremen Bedingungen, z. B. Joggen durch den Tiefschnee auf dem Schauinsland - denn Denver ist über 1.600 Meter hoch.
2. Ausbildung aller Sabaki Techniken, da die japanischen Kämpfer sehr gut in diesen sind.
3. Ringen und Sumo, um das Gleichgewicht zu verbessern.
4. Sparring und Kampftraining
5. Explosives Power-Fighting, denn die amerikanischen Kämpfer sind hier hervorragend.
6. Geistiges und psychologisches Training: Meditation, Entspannungsmassage und Wassertraining

Um die Wahrheit zu sagen - dieses Training unterscheidet sich sehr von der normalen übung im Dojo. Es ist sehr rau, abwechslungsreich, manchmal sehr schmerzhaft - es treibt die Kämpfer an ihre Grenzen. Keine Fragen, keine Entschuldigungen, Du folgst nur der Anleitung des Lehrers. So lernen wir, niemals aufzugeben.

FS: Wir wissen, dass Du der erste Kämpfer warst, der Deutschland im Sabaki Challenge vertreten hat - der Pionier. Kannst Du etwas von Deine Erfahrungen erzählen?

SC: Ich kämpfte im Sabaki Challenge 1997 und 1998. Ich kämpfte gegen Champions der Weltbesten wie Sensei Yuji Iwakura. Diese Kämpfe waren eine großartige Erfahrung. Ich werde sie mein Leben lang nicht vergessen. In diesen Tagen hatte ich keinen Coach oder Trainer, um mich zu motivieren. Ich hatte nur die geistige Unterstützung meines Lehrers Kancho Ninomiya. All diese Jahre folge ich seinem Weg und trainiere sehr hart. Seit dieser Zeit sind wir weit gekommen. Jetzt haben meine Schüler das große Glück, Kanchos Kampfgeist und mich als ihren Lehrer zu haben. Ich denke, wir sind sehr gut vorbereitet. Ich und alle Mitglieder des Enshin Dojo Freiburg wünschen das Allerbeste für Sempai Henri und Sempai Jan. Osu!

FS: Sempai Jan, bist Du bereit?

JR: Osu! Das Training mit Sensei hat mich körperlich und geistig in einer Weise weitergebracht, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Immer wieder bin ich im Training mit der Spannung Aufregung konfrontiert gewesen, die vor einem so großen Turnier wie dem Sabaki Challenge gerade beim ersten Mal da ist. Sensei hat mir beigebracht, damit umzugehen. Die psychische Schule ist das Wichtigste für mich. Damit Hand in Hand geht die enorme Anstrengung des körperlichen Trainings. Das eine ist ohne das andere nicht möglich. Sempai Henri war hier ein großes Vorbild für mich. Er hat enormes Durchhaltungsvermögen und ist immer motiviert. Unsere Freundschaft ist während des gemeinsamen Trainings stark geworden. Mein Dank gilt auch allen Schülern im Dojo, die uns die letzten Monate hindurch intensiv unterstützt haben. Osu!

FS: Sempai Henri, bist Du bereit?

HS: Seit Anfang dieses Jahres haben Senpai Jan und ich begonnen unter den Anweisungen von Sensei Chandana richtig intensiv zu trainieren. Das Training war besonders hart und streng. Bei Schnee und regen haben wir gejoggt, im Wald, auf dem Berg, auf und ab. Danach Partnerübungen und Sparring. Wir haben durchgehalten und unser Kampfgeist ist um ein vielfaches stärker geworden. Ja, ich bin bereit beim Sabaki Challenge anzutreten. An dieser Stelle möchte ich noch etwas hinzufügen. Ohne die Anweisungen unseres Lehrers Sensei Chandana, wären wir sicherlich nicht so weit gekommen. Außerdem haben uns alle Vereinsmitglieder schwer unterstützt. Ich danke ihnen allen von ganzem Herzen. Auch bei Senpai Jan muß ich mich bedanken. Er war immer im Training trotz seiner beruflichen Pflichten und hat immer sein Bestes gegeben. Er ist mir ein großes Vorbild und ein wahrer Freund. Osu.

FS: Vielen Dank für das Gespräch.



Bilder von Sensei und beiden Kämpfern

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